Aktionsbündnis für faire Verlage

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Warnsignale - Worauf man achten sollte

Woran erkenne ich einen fairen Verlag?

Die Methoden, wie fragwürdige Verlage an das Geld gutgläubiger und unerfahrener Autoren kommen, sind in den vergangenen Jahren immer raffinierter geworden.

Um es deutlich zu sagen: Keiner der folgenden Punkte muss zwingend bedeuten, dass dahinter ein unseriöser Verlag steckt, der nur Ihr Geld möchte. Allerdings ist allerhöchste Aufmerksamkeit geboten.

Nicht faire Verlage lassen sich folgendermaßen enttarnen

  • Sie verlangen für eine Veröffentlichung bis zu fünfstellige Eurobeträge. Mitunter verraten Sie dies jedoch erst zu einem späteren Zeitpunkt der Vertragsverhandlungen.
  • Sie werben oftmals mit folgenden Aussagen: „Verlag sucht Autor“ oder „Manuskript gesucht“. Ein seriöser Verlag sucht in der Regel keinen Autor durch offene Werbeanzeigen, sondern er sucht Buchkäufer. Wer nach Autoren sucht, setzt sich jedenfalls dem Eindruck aus, sich nicht durch Buchverkäufe zu finanzieren, sondern durch die Autoren.
  • Sie schalten Google-Anzeigen im Internet, in denen sie damit werben, Autoren zu suchen.
  • Sie treten offensiv in kleinen Werbeanzeigen (gerne in renommierten Tages- und Wochenzeitungen) an die Autoren heran.
  • Sie fordern zur sofortigen Manuskripteinsendung auf – gerne auch per E-Mail.
  • Sie rechtfertigen ihre Verkaufspraxis mitunter unter Heranziehung namhafter Namen und bewerben sich als besonders renommiert. Es gilt: Ein renommierter Verlag hat es i.d.R. nicht nötig, etwa damit zu werben, seine Verlagsräumlichkeiten an einem besonders literarisch oder kulturell bedeutsamen Ort angesiedelt zu haben. Sie bewerben sich als „Dienstleisterverlage“ oder suggerieren einen Print-on-Demand ähnlichen Verlag. Tatsächlich ist der Begriff „Dienstleisterverlag“ jedoch ein Oxymoron, eine in sich unsinnige und widersprüchliche Wortkombination. Denn ein Dienstleister wird bezahlt, während der Wortursprung von Verlag von „vorlegen“ kommt, wozu auch das Autorenhonorar zählt.
  • Bei Durchsicht der Verlagsverträge fällt auf, dass sie von den Musterverträgen des Verbands deutscher Schriftsteller (VS) in ver.di abweichen.

„… nicht nur in Fachkreisen gilt es als unseriös, einen Zuschussverlag zu betreiben, in welchem die Autoren selbst die Erstellung ihrer eigenen Bücher bezahlen müssen." (zitiert nach Landgericht Stuttgart, Az. 17 O 338/06).