Aktionsbündnis für faire Verlage

Begriffsbestimmung

Begriffsbestimmung

Verlag

Verlag

Der Begriff Verlag bzw. Verleger kommt von vorlegen.

Denn der Verleger bezahlt den Autor für ein Werk, von dem der Verleger glaubt, Geld verdienen zu können. Der Verleger trägt also das wirtschaftliche Risiko. Er ist daher bestrebt, nur solche Manuskripte einzukaufen und zu veröffentlichen, die einen Gewinn bringen werden, um das Geld für Autorenhonorar, Herstellung, Marketing und Vertrieb zu decken und Gewinne zu machen.

Ein Verlag also, der Geld vom Autor verlangt, ist kein Verlag im Sinne dieser Definition. Dann mag man das ganze Druckerei nennen. Ein solcher “Verlag” trägt kein finanzielles Risiko, er lässt es den Autor tragen.

Druckkostenzuschussverlag/Selbstzahlerverlag

Druckkostenzuschussverlag/Selbstzahlerverlag

Druckkostenzuschussverlag (österr./schweiz.: Selbstzahlerverlag): Nach der Definition beteiligt ein solcher Verlag den Autor oder einen Dritten an den Kosten der Erstauflage und verringert so sein unternehmerisches Risiko – zum Teil auf beträchtliche Weise. Der Autor trägt einen Teil der Kosten. Damit teilt sich der Verlag das unternehmerische Risiko.

Pseudoverlag

Pseudoverlag

Pseudoverlag: Ein Pseudoverlag berechnet dem Autor demgegenüber gar sämtliche entstehenden Kosten, zuzüglich einer Gewinnspanne. Ein Risiko trägt der Verlag nicht. Der wälzt das gesamte unternehmerische Risiko auf den Autor ab. Damit schmälert sich für den Verlag gleichsam das Interesse an einem verkaufsfähigen und qualitativ hochwertigen Buchband. In diesen Verlagen verlegte Texte sind im Buchhandel gewöhnlich nicht vorrätig. Dem Autor haftet das Stigma an, sein Veröffentlichung „erkauft zu haben“. In der Praxis geraten diese Begriffe regelmäßig durcheinander. Das liegt nicht zuletzt auch daran, dass einige Verlage sofort mehrere dieser Publikationsmodelle anbieten. In vielen Fällen ist ein „Druckkostenzuschussverlag“ mitnichten ein Druckkosten„zuschuss“verlag. Vielmehr verbergen sich Pseudoverlage hinter diesen Begriffen. Tatsache ist, dass der Kunde, also der Autor, nicht nur einen Zuschuss, sondern die Gesamtkosten plus die Gewinnpauschale für den „Verleger“ trägt. Die betreffenden Verlage behaupten oft indes, dass der Autor nur einen Zuschuss zu den Herstellungskosten tragen müsse, da das Risiko einen unbekannten Autor zu verlegen unkalkulierbar groß sei. Manche weigern sich, eine vollständige Kostenkalkulation zu präsentieren. Andere behaupten, in einzelnen Fällen überhaupt keine Zuschüsse zu verlangen, weisen dies jedoch nicht nach. Desto irreführender und schlichtweg verharmlosend ist für diese Verlage der im Deutschen dennoch geläufige Begriff „Druckkostenzuschussverlag“. In Österreich und der Schweiz wird stattdessen von „Selbstzahlerverlagen“ gesprochen und im Angelsächsischen ist von der „Vanity Press“ die Rede (übersetzt: Eitelkeitsverlag). Doch unter diesen Verlagsbegriffen bezeichnen sich die Verlage selbstverständlich nicht selbst. Manche Verlage bewerben sich indes lieber (ganz im Zeichen der heutigen Dienstleistungsgesellschaft) als „Dienstleisterverlag“ oder suggerieren einen Print-on-Demand ähnlichen Verlag. Den beschönigenden Umschreibungen sind für die Werbung kaum Grenzen gesetzt. Tatsächlich ist der Begriff „Dienstleisterverlag“ jedoch ein Oxymoron, eine in sich unsinnige und widersprüchliche Wortkombination. Denn ein Dienstleister wird bezahlt, während der Wortursprung von Verlag von „vorlegen“ kommt, wozu auch das Autorenhonorar zählt. Auch die verharmlosenden Eigenbezeichnungen „Privatverlage“ und „Sponsoring-Verlage“ werden von diesen Unternehmen mitunter ins Feld geführt.