»Ein seriöser Verlag bezahlt für den Autor und seine Arbeit – und nicht umgekehrt«

– Zoë Beck, Schriftstellerin

Faire Verlage für Ihr Buch

Da liegt es. Das fertige Manuskript. Sie haben mehrere Wochen, Monate oder Jahre am Roman, an den Erzählungen, dem Sachbuch, an den Essays oder an den Gedichten gearbeitet. Sie haben am Satzbau gefeilt und um Formulierungen gerungen, haben Wörter ins Feld geführt und Buchstaben zum Klingen gebracht. Jetzt möchten Sie das Werk veröffentlichen.

FAIRLAG – Das Aktionsbündnis für faire Verlage ist eine Initiative der deutschen, österreichischen und schweizerischen Autorenverbände. Es setzt sich für faire Verlagsbedingungen ein. Das Bündnis warnt ausdrücklich vor Veröffentlichungen in Bezahlverlagen, die in Tageszeitungen, Wochenzeitungen, Kundenmagazinen und Literaturforen mit Anzeigen wie „Autoren gesucht“ und der Aussicht auf Veröffentlichung werben, wenn Sie einen finanziellen Beitrag leisten. Solche Unternehmen kehren das Verlagsprinzip um. Das unternehmerische Risiko einer Publikation liegt in diesem Fall ausschließlich bei Ihnen. Branchenübliche Verlagsleistungen wie Lektorat, Buchgestaltung, Druck und Vertrieb sind allerdings auch dann nicht garantiert. Eigenfinanzierte Bücher werden beispielsweise nicht im Buchhandel vorrätig gehalten.

Wir erklären Ihnen, wie Sie einen seriösen Verlag von einem unseriösen Verlag unterscheiden und was Sie bei der Unterzeichnung eines Autorenvertrag beachten sollten. Wir möchten Ihnen ein Gespür für unfaire Vertragsbedingungen vermitteln und sind daran interessiert, von Ihnen unseriöse Verträge übermittelt zu bekommen. Bitte haben Sie Verständnis, dass wir nicht jeden Vertrag für Sie umfassend überprüfen können, doch was Sie selbst tun können, um den häufigsten Vertragstücken nicht auf dem Leim zu gehen, erfahren Sie hier und auf den Websites der beteiligten Schriftstellerverbänden.

»Zu einem guten Buch gehören nicht nur ein gutes Manuskript, ein gutes Lektorat, eine gute Gestaltung und Ausstattung, es gehört zu ihm vor allem ein guter Vertrag.«

 

– Gerhard Ruiss, Schriftsteller

Das Aktionsbündnis FAIRLAG

Das Aktionsbündnis für faire Verlage ist eine Initiative deutscher, österreichischer und schweizerischer Autorenverbände. Wir beobachten seit einigen Jahren unseriöse Praktiken von Verlagen, deren Verlagstätigkeit größtenteils oder zur Gänze auf der Finanzierung ihrer Verlagsprodukte durch die Autoren beruht. Diese in Deutschland als „Druckkostenzuschussverlage“ und in Österreich und der Schweiz als „Selbstzahlerverlage“ bekannten Bezahlverlage beteiligen die Autoren an den Kosten für die Erstauflage. Pseudoverlage berechnen den Autoren sogar sämtliche Aufwände für branchenübliche Verlagsarbeiten. Der Einsatz bei Lektorat, Herstellung, Marketing und Vertrieb ist jedoch in der Regel gering.

 

Wir wenden uns gegen unseriöse Praktiken von Bezahlverlagen, die den Veröffentlichungswunsch und die Unerfahrenheit der Autoren ausnutzen, und kritisieren die Aufweichung von Qualitätsstandards im Verlagswesen. Autoren- und Verlagsrechte, eine professionelle Verlagsarbeit und ein vertrauensvolles Verhältnis zwischen Verlag und Autoren sind wertvolle Errungenschaften, die nicht durch Bezahlverlage aus den Angeln gehoben werden dürfen.


☆ Disclaimer: Aus Gründen der Lesbarkeit haben wir uns gegen eine gegenderte Schreibweise entschieden. Natürlich sind immer, wenn nicht anders gekennzeichnet, alle Geschlechter gemeint.

Faire Autorenverträge

Ein Verlag hat Interesse an der Veröffentlichung Ihres Manuskripts. Sie sind euphorisch. Der Autorenvertrag liegt vor Ihnen. Wissen Sie, worauf Sie achten müssen? Für Nicht-Juristen ist die Vertragsgestaltung nicht immer auf den ersten Blick verständlich. Rechtsübertragung, Honorar, Aufbinden, Werbung – es gibt viele Vertragsklauseln, die einen zweiten Blick wert sind. Wir haben einige Vertragstücken beispielhaft für Sie zusammengestellt. Außerdem stellen wir Ihnen Musterverträge vor, die Schriftstellerverbände Deutschlands, Österreichs und der Schweiz mit den jeweiligen länderspezifischen Verlegerverbänden erarbeitet haben und verlinken hier weiterführende Informationen zur Vertragsgestaltung in Ihrem jeweiligen Land.

»Früher lief ich immer Gefahr, eine Abmahnung zu kassieren, wenn ich über Pseudoverlage aufklären wollte – dank der Website des Aktionsbündnisses ist das Vergangenheit.«

 

– Sandra Uschtrin

FAIRLAG-Erfahrungen

Mit den Hoffnungen von Autorinnen und Autoren auf einen schnellen Bucherfolg lässt sich viel Geld verdienen. Fünfstellige Beträge an Eigenleistungen für einen Autorenvertrag sind bei Bezahlverlagen keine Seltenheit. Insider schätzen, dass Zuschussverleger mit einer Rendite zwischen 20 und 30 Prozente rechnen können. Zum Vergleich: Renommierte Publikumsverlage freuen sich über fünf Prozent Umsatzrendite. Beim Börsenverein des Deutschen Buchhandels gehen jedes Jahr Beschwerden über Bezahlverlage ein. Staatsanwaltschaften lehnen Ermittlungsverfahren in der Regel mit dem Hinweis auf abgeschlossene Verträge ab. Autorenverbände, Verlage und Autoren, die sich kritisch zu den unlauteren Praktiken der Verlage äußern, werden häufig mit Gegenmaßnahmen wie juristischen Abmahnungen, Klagen, einstweiligen Verfügungen bis hin zu Bestrafungsanträgen von den Bezahlverlagen verfolgt.

Das Aktionsbündnis FAIRLAG wendet sich entschieden gegen diese Einschüchterungstaktiken, die kaum mit den Grundregeln des demokratischen Zusammenlebens zu vereinen sind.

FAIRLAG möchte mit seinem Engagement vor allem die Interessen von Autoren aktiv in der verlegerpolitischen Auseinandersetzung vertreten und schützen. Seit der Gründung im Jahr 2008 hat das Aktionsbündnis immer wieder mit Aktionen, unter anderem auf den Buchmessen, auf die Problematik der Bezahlverlage aufmerksam gemacht.

Zu den Unterstützern und Unterzeichnern des Aktionsbündnisses FAIRLAG gehören renommierte Autorenverbände und Autoren. Unterstützen auch Sie die Anliegen des Aktionsbündnisses für faire Verlage, indem Sie als Verband dem Aktionsbündnis beitreten oder als Einzelperson die FAIRLAG-Erklärung unterzeichnen.

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